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PERU
Name: Republica del Peru (spanisch); Piruw (quechua)
Hauptstadt: Lima
Fläche: 1 285 216 km²
Amtssprache: Spanisch, Quechua und Aymara
Einwohner: ca. 28,3 Mio
Währung: Nuevo Sol (N/S)
Ende März sind wir wieder zurück in
Südamerika, in Peru. Nach den üblichen Servicearbeiten
starten wir in Richtung Süden, wir sind froh, das Verkehrsgewühl
von Lima hinter uns zu lassen. Die Landschaft wirkt trostlos, nur
Wüste und immer wieder riesige Hühnerfarmen. Darum gibt
es in Peru immer und überall "Pollo" in allen erdenklichen
Variationen.
In Nasca unternehmen wir einen Rundflug über die berühmten
Linien von Nasca. Es ist nicht gerade ermunternd als wir hören,
dass einige Wochen zuvor ein Flugzeug abgestürzt war, mit fünf
Todesopfern. Seitdem dürfen die Flugzeuge aus Sicherheitsgründen
nur mehr mit Copiloten fliegen. Wir wagen es trotzdem und sind begeistert
diese Scharrbilder sehen zu können. Riesige Bilder von einem
Kolibri, Eidechse, ................ein Kondor mit einer Spannweite
von 180 Metern, wir sind fasziniert. Vor allem waren diese Figuren
für die damaligen Nasca-Menschen kaum im Ganzen ersichtlich.
Übrigens, der Copilot war echt für den "Hugo",
kostet extra Geld und quasselt nur mit dem Piloten. Glaube, dass
der vom Fliegen gar keine Ahnung hat!

Von Nasca fahren wir
Richtung Süden der Küste entlang, nach Camana. Bei einem
Abstecher zur Küste geht plötzlich der Motor aus, das
fehlt noch Abseits befahrener Routen. Das Problem war schnell entdeckt,
die Zündspule war kaputt, kam schon öfters vor. Desshalb
habe ich vorsorglich immer eine Zündspule mit dabei und der
Weiterfahrt steht nichts mehr im Wege.

Was zuerst mit einem
leicht böigen Wind beginnt, entwickelt sich zu einem mittleren
Sandsturm.
Der gewaltig am Lenker zerrt und uns immer wieder auf die Gegenfahrbahn
drücken möchte. Wie feine Nadeln stechen die Sandkörner
zwischen Brille und Helm. Nach Puerta Inca legt sich endlich der
Sandsturm und wir können die Fahrt wieder genießen. Rechter
Hand brechen sich die Wellen des Atlantiks an den Felsen, linker
Hand teilweise steile Sandhänge, so zieht sich die Straße
der Küste entlang.
Von der Küste schwenken
wir ins Landesinnere zum Colca Canyon. Bei Pedregal verlassen wir
die Asphaltstraße und werden gleich brutal von einer fürchterlichen
Wellblechpiste empfangen. Die Piste schraubt sich durch die trostlose
Landschaft auf über 3000 Meter hoch. Hier wird es endlich etwas
abwechslungsreicher, die ersten Büsche tauchen auf und auch
die scheuen Vicunas können wir beobachten.
Am Horizont erblicken wir die schneebedeckten Gipfel einiger Fünf-
und Sechstausender. Wir überfahren eine Querrinne mit Steinen,
plötzlich ein fürchterlicher Knall, kurz darauf ein Zischen,
ich bleibe stehen und bemerke beim Absteigen einen dunklen Strich
im Schotter, mir schwant böses. Ein Blick unter den Motor bestätigt
meine Befürchtung, die Ölwanne ist kaputt! Und das in
den Bergen auf fast 4000 Metern. Eine dieser Steinplatten hatte
sich unter dem Rad gehoben und noch den letzten Zentimeter der Ölwanne
erwischt und sie mitsamt dem starken Ölwannenschutz durchschlagen.
Marika geht ein Stück die Straße runter um zu sehen wie
es weiter geht. Nach einiger Zeit kommt sie zurück und meint
es geht nur bergab. Wir versuchen es mal wie weit wir kommen und
lassen die BMW rollen. Außer einem kurzen Flachstück
das wir schiebend (keuch, keuch) zurücklegen, geht es wirklich
nur bergab. Nach etwa 20 Kilometern erreichen wir das Dorf Huamba.
Wo wir uns in einem seeehr bescheidenen Hostal einquartieren.
Wir chartern einen Pickup.
Als der um die Ecke biegt, bin ich mir nicht sicher, ob er uns heil
ins Tal bringt. Das Fahrzeug, wie auch der Fahrer haben schon bessere
Zeiten gesehen. Mit vereinten Kräften schieben wir die BMW
hinauf und zurren sie fest. Dann quetschen wir uns zu dritt ins
Fahrerhaus. Der Pickup quält sich die ersten Steigungen hoch,
da bin ich mir nicht mehr sicher ob er auch die Höhe von 4000
Metern schafft, mit einigen Stopps zum Wasser nachfüllen schaffen
wir es.
In Pedregal treiben wir
einen Schweißer auf, bin mir nicht sicher ob der das mit seiner
Autogenschweißanlage kannt, Alu ist ja nicht so einfach zu
schweißen? In über 7 Stunden schafft er das Puzzle der
Ölwannenfragmente wieder zusammen zusetzten. Die Jungs sind
perfekte "Improvisationskünstler"!
In Arequipa gönnen
wir uns zwei Rasttage und sind begeistert von der Kolonialarchitektur.
Von Arequipa aus versuchen wir es ein zweites Mal um in den Colca
Canyon zu kommen. Auf über 4200 Metern beginnt es zu regnen
und Graupelschauer ziehen über uns hinweg. Der RACER Thomahawk
Jacke macht das aber überhaupt nichts aus. Der Colca Canyon
ist nach dem Grand Canyon die zweittiefste Schlucht der Erde, vom
Rand der Schlucht erreicht er eine Tiefe von 1200 Meter. Am Cruze
de Condor erleben wir am nächsten Tag wie sich die Condore
mit Hilfe der Thermik in die Höhe schrauben. Ein imposantes
Schauspiel, diesen Vögeln mit über drei Metern Spannweite
zuzusehen.
In Tacna überqueren wir die Grenz zu Chile, es geht in den
Lauca Nationalpark. Innerhalb kurzer Zeit kommen wir von Meerersniveau
(Arica) auf über 4000 Meter.
Beeindruckend die einzigartige Vulkan- und Altiplano- Landschaft.
Auf 4750 Metern liegt der Lago Chungara (höchstgelegener Vulkansee
der Erde), umgeben von schneegekrönten Sechstausender wie Parinacota,
Sajama, Quisiquisini,Guallatari bieten einen der schönsten
Anblicke in Chile. Immer wieder kreuzen Lamas und Vicunas unseren
Weg um zu den Bovedals den sumpfig- grünen Weideflächen
zu gelangen.
Der kleine Ort Parinacota ist bekannt durch seine Adobe Kirche,
hier übernachten wir in einer kleinen Hospedaje und erleben
einen grandiosen Sonnenuntergang.

In Sayjama überqueren wir die Grenze zu Bolivien. Über
eine Hochebene (4000 M) erreichen wir La Paz.
Von La Paz fahren wir in die Yungas, überqueren den La Cumbre
(4600 M) und tauchen in den Dschungel ein, schwüle Luft schlägt
uns entgegen. Hier nehmen wir die Ruta las Mortes (Todesstraße)
unter die Räder. Eine wilde Schotterpiste, ohne Leitschienen,
dafür senkrecht abfallende Wände von über 300 - 400
Metern.
Von Bolivien kommen wir über Copacabana zurück nach Peru
an den Titicacasee. Nein wir sind hier nicht in Brasilien. Der bolivianische
Ort Copacabana ist der Namensgeber des bekannten Strandes. Von Puno
aus unternehmen wir einen Bootsausflug zu den Islas Flotantes de
los Uros (schwimmenden Inseln der Uros). Der Besuch ähnelt
einem Zoobesuch, Foto gegen Trinkgeld und Anpreisen mehr oder weniger
geschmackvoller Souveniers. Interessant allerdings der Aufbau der
Inseln und die Lebensweise der Uros.
Wir überqueren den Abla la Raya Pass auf 4312 Meter, hier wird
es am Abend empfindlich kalt, da hilft nur schnell die RACER Softshell
Jacke unter zu ziehen. Am nächsten Tag machen wir einen Abstecher
zur Inka Brücke "Qeswachaca". Über 50 Kilometer
schlimmste Schotterpiste, grobe Felsen und Löcher belasten
nicht nur das Öhlinsfahrwerk der BMW, sondern auch unser eigenes!
Diese Brücke ist noch eine der letzten, die nach alter Inkatradition
aus Gras geflochten wird.
Cusco ist der Ausgangspunkt für den Inka Trail (mit Travelxpedition),
wir gönnen der BMW eine 4 tägige Pause. Nun heißt
es die eigenen Muskeln aktivieren. Sagenhafte Vegetation auf über
3500 Metern, die Luft wird immer dünner, als wir einen Pass
mit 4200 Metern überqueren pfeift uns eiskalter Wind um die
Ohren, da wird es Zeit die RACER Haube aufzusetzen. Nach 4 Tagen
haben wir endlich die legendäre Inka Stadt Machupicchu in den
Bergen erreicht. Ein faszinierendes Gefühl in dieser Stadt
zu stehen, vor allem unter welchen Bedingungen diese Bauwerke damals
erschaffen wurden, einfach grandios!

Zurück in Cusco genießen wir wieder ein weiches Bett.
Die Altstadt mit ihrem spanischen Ambiente aus der Kolonialzeit
hat auch einiges zu bieten, so hängen wir noch einige Tage
zum relaxen an. Wir unternehmen einen Tagesausflug durch das Valle
Sagrado (Heiliges Tal), ein äußerst Fruchtbares Tal.
Das wussten schon die Inkas und ließen hier in Feldversuchen
verschiedenste Gemüse, Getreide und Obst anbauen.
In Pisac ist Markttag, herrliches Obst, wie Papaya, Mango, Bananen
und Weintrauben werden angeboten. Wir können uns kaum satt
sehen an den bunten Türmen aus Früchten, vom zuckersüßen
Geschmack ganz zu Schweigen. Weiter geht es mit der BMW durch die
Berge, nach Abancay. Plötzlich zieht ein Gewitter auf, die
RACER Regenbekleidung ist wieder einmal gefragt und hält uns
trocken bis der Spuk wieder vorbei ist. Bei Abancay ist erst mal
Schluss mit Asphalt, für die nächsten 400 Kilometer. Die
Schotterpiste zieht sich durch faszinierende Berglandschaft. Wir
sind hier wieder einmal im Bereich um 4000 Meter unterwegs, überall
auf den Feldern arbeiten die Bauern, im April ist Kartoffelernte.
Plötzlich ein LKW Stau, in der letzten Nacht gab es einen Erdrutsch,
kein weiterkommen. Die LKW Fahrer geben uns zu verstehen wir sollen
einen Kilometer zurück fahren und eine kleine "Nebenstraße"
als Umleitung nehmen. Besagte Nebenstraße entpuppt sich als
Morastiger Feldweg, (hier bewähren sich wieder einmal die Pirelli
Stollen von Peter Pfaffenwimmer). Scheue Vicunas kreuzen die Piste,
dann und wann ein einsames Gehöft mit einigen Kühen und
Schafen. Eine seltene Pflanze ist hier zu finden die Puya raimondii,
ein Bomeliengewächs. Sie blüht erst nach ca. fünfzig
bis hundert Jahren, das auch nur einmal, denn stirbt sie ab. Wir
haben das Glück eine blühende Puya raimondii zu sehen.

Eine beschauliche Stadt ist Ayacucho, wenig Tourismus, hier wird
man nicht wie in Cuzco alle fünf Meter angequatscht ob man
nicht diese Decke- oder Bild kaufen möchte essen gehen.....!
Entspannt genießen wir auf der Plaza de Armas den Nachmittag.
Von Ayacucho queren wir die Westkordillere durch karge Puna- Landschaft.
Noch einmal geht es hoch hinaus, wir überqueren den Abra Apacheta
(4750 M). Am frühen Abend zieht die BMW nicht mehr so richtig,
kann das die Höhe sein? Bis jetzt hat ihr diese kaum Probleme
gemacht, natürlich kosten diese Höhen einige PS, aber
der Motor zieht kaum mehr. Wir versuchen noch in den nächsten
Ort zu kommen um uns dort ein Quartier zu suchen, leider gibt es
hier kein Gästehaus. So fragen wir an der Straße bei
einem Restaurant ob sie nicht Platz für uns haben. Kein Problem
nebenan ist gerade ein Raum fertig geworden, dürfte mal ein
Laden werden, denn die Türe besteht aus einem Rollbalken. Inzwischen
ist es bereits finster geworden, mit der Stirnlampe repariere ich
das chinesische Gasseil dass ich nach der bolivianischen Grenze
eingebaut hatte, das war auch der Grund der fehlenden Motorleistung.
Gemeinsam mit der BMW verbringen wir die Nacht in dem 3x3 Meter
großen Raum auf dem harten Betonboden, als Unterlage dienen
nur unsere RACER Hosen- und Jacken. Nach dieser harten Nacht erreichen
wir bei Pisco wieder die Pazifik Küste und nehmen uns in Paracas
ein gemütliches Zimmer. Wo wir den Tag mit faulenzen am Strand
ausklingen lassen. Die letzte Etappe der Küste entlang ist
uns ja vertraut, viel LKW Verkehr und trostlose Landschaft Richtung
Lima. Gegen Mittag hat uns der chaotische Verkehr von Lima wieder
in den Fängen und wir sind froh als wir unser Gästehaus
in Miraflores erreichen. Die BMW erwartet die schon lange überfällige
"Pflege" mit dem Dampfstrahler. So kommt sie frisch geduscht
in den Lagercontainer, hasta luego bis nächstes Jahr!
Denn da geht es weiter
nordwärts nach Ecuador, aber das wird einen andere Geschichte
!
Peru Reisen mit: Travelxpedition Silvia Zippelius
(Österreichischer Leitung) s.zippelius@travelxpedition.com
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